IM.70.3 Jonköping 2018 – Christian Petutschnig war dabei

Als ich mich 2010 mit dem Virus „Triathlon“ infiziert hatte, konnte noch niemand ahnen, welche Auswirkungen dies haben würde. Was 2010 mit meinem ersten IM 70.3 in St.Pölten begann, hat sich mittlerweile zu einer Art „Sucht“ entwickelt und mich bereits an die unterschiedlichsten Destinationen verschlagen.
2010 IM 70.3 St.Pölten, 2011 IM Kärnten, 2012 IM 70.3 Rapperswil/SUI, 2013 IM Frankfurt, 2014 IM Kalmar/SWE, 2015 Langdistanz Podersdorf (ÖM-Titel in der Mannschaft Paul Marouschek und Sabine Urich-Flament), 2016 IM 70.3 Belek/TUR, 2017 IM 70.3 Pula/KRO und heuer 2018 Jonköping/SWE.
Erstmals nach all den Jahren ein Familienevent; alle vier, Karin, Flo und Lena mit dem Flieger am Freitag 06.07.2018 von Wien über Frankfurt nach Jonköping (süßer Flughafen, kleiner als Klagenfurt); keine Taxis, weil anscheinend wenig Fluggäste; super Race-Hotel erwischt mit tollem Blick auf den Vätternsee – ein Traum.
Die Stadt selbst lebt Ironman – etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Klagenfurt; das Rennen ausverkauft – 2500 StarterInnen und ein Rekordfeld bei den Frauen von 30% – einmalig weltweit. Der Samstag vergeht wie im Flug – das Kribbeln ist da – ein Schnupfen leider auch, der wird aber bekämpft – geht sich zum Glück ganz gut aus bis zum Sonntag.
Race-Day!!! – Start um 0900 Uhr – alles sehr familiär; einschwimmen in einem Kanal zum See, mal etwas ganz neues – Aufstellung zum Rolling-Start (reihe mich bei 30´ein – Mut kann man sich nicht kaufen) – und dann geht alles super schnell. Startschuss, die Meute setzt sich in Bewegung – los geht’s. Wasserschatten finde ich kaum, fühle mich auch nicht soooo gut und kann mich nur schwer einschätzen, kämpfe – bin froh als das Schwimmen vorbei ist – Zeit: 33:17, na ja – nicht ganz was ich erwartet habe … aber immerhin Platz 27 in meiner AK von 245 Startern – wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht.
Rein in die Wechselzone, brauchbarer Wechsel – aber 500m Laufstrecke im Neo war nicht ohne – Rad runter vom Ständer (links und rechts hängen ja noch alle Fahrräder) – mir wird klar, dass meine Schwimmzeit ganz OK sein muss – los, weiter geht´s.
Was soll ich schreiben – jeder Wettkampf ist an und für sich wunderschön – aber diese Radstrecke in Jonköping – und ich habe doch schon einige gesehen – unbeschreiblich. Keine extremen Steigungen, kein extremes Gefälle – rund 620HM – wellig und durch die atemberaubende Natur Südschwedens – teilweise Kilometerlange Abschnitte durch die Wälder, nur wir Radler und die Natur … unbeschreiblich … wäre kein Wettkampf gewesen, ich hätte gestoppt und wäre heute noch vor Ort.
Nach 2h 39´07´´ ist das Radfahren geschafft – eine Top-Zeit für mich (immerhin Platz 40 in der AK) – ist das Radfahren doch meine schwächste Disziplin. Abgeschossen habe ich mich nicht – im Ziel hängen zudem nur wenige Räder – jetzt volle Attacke – das Laufen, das ist einfach meins.
Schneller Wechsel und los geht´s. An der Strecke Mega-Stimmung, der Stadtkurs gesäumt von tausenden Zuschauern, meine Familie feuert mich frenetisch an, mein Sohn puscht mich, ruft irgendetwas von Sub-5-Stunden … es geht sich aus … gib Gas Papa.
Ich laufe was die Beine hergeben – knalle auf den ersten vier Kilometern einen Schnitt von 4´36´´ in den Asphalt – ui, sehr schnell, zu schnell … ob ich das halten kann? Bis zu Kilometer 14 kann ich auch deutlich Sub 5´ laufen – die Beine brennen, die Sonne schenkt uns zudem ordentlich ein. Dann muss ich nachlassen – merke, dass ich angeschlagen bin, gebe bis zum Ende alles, immerhin reicht es beim Lauf für Platz 39 in der AK – Endzeit 1h45´.
Nach 5 Stunden 06 Minuten 48 Sekunden erreiche ich überglücklich das Ziel, in dem schon mein persönlicher Fanclub auf mich wartet. Stolz halte ich meine Trophäe, die Medaille in der Hand – es ist geschafft.
Am Ende reicht es in der AK45-49 für Platz 39 von 245 Athleten – ein Ergebnis, das ich mir so vor dem Rennen nicht erwartet hätte. Mein Training hat sich bezahlt gemacht, kleine Verbesserung habe ich schon im Hinterkopf (Watt ???) und nach dem Rennen ist bei mir ja bekanntlich immer bereits vor dem Rennen  …
Wie man am Medalboard sehen kann, ist jetzt für 2019 noch ein Haken frei, die Planungen laufen – zu meinem 10-jährigen Triathlon Jubiläum werde ich mir ganz bestimmt wieder die eine oder andere schöne Destination aussuchen … Es gibt genügend Strecken die von mir/uns erkundet werden wollen – meinem Motto bleibe ich aber treu:
„Jedes IM-Race wird nur einmal gefinischt“
lg Chris